05 Baum der Frauengröße

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Künstlerische Intention

Die vorliegenden Bilder sind in der Auseinandersetzung mit dem Wesen der Frau und Ihrer Idealisierung. Sie wurden auf Leinwand mit unterschiedlichen Materialien, Pigmenten und Farbe gearbeitet.

Ich wählte als Kompositionsgrundlage das Symbol des Baumes, um idealisiert das Wesen des Menschen, bzw. hier der Frau darzustellen. Der Serie habe ich den Titel, Baum der Frauengröße, gegeben. In den Mythen der Völker in aller Welt nehmen Bäume als Wesen mit Persönlichkeit und Seele eine wichtige Rolle ein. Bemerkenswert ist die häufig vorkommende Verwandlung von Menschen, Naturwesen bzw. Göttern in Bäume und gelegentlich auch umgekehrt. In ihrer Gestalt weisen sie eine Struktur-Ähnlichkeit auf, die es dem Menschen erlaubt, sich im Bild des Baumes als abstraktes Zeichen zu betrachten, nämlich als lebendige Einheit von Wurzel, Stamm und Krone.

Das 1. Bild nimmt Bezug auf die Wurzel. So wie der Baum in der Erde wurzelt, steht der Mensch mit den Füßen auf der Erde. Der Wurzelbereich steht für die Seele, das Gefühl und die Sensibilität, die Verankerung im Wertesystem und wird häufig als Voraussetzung für die Weiterentwicklung des individuellen Lebens, aber auch des menschlichen Lebens schlechthin gesehen.

Das 2. Bild nimmt Bezug auf den Baumstamm. Er bildet das stabile Gerüst und den Kanal für das gegenläufige Strömen von Nährstoffen, Wasser und Energie von unten nach oben und umgekehrt. Er symbolisiert die Grundausrichtung natürlich wachsenden Lebens, den Verbindungskanal zwischen dunklem Wurzelbereich und lichter Krone, die Energiebahn zwischen den ausladenden Bereichen der Wurzel und der Krone. So wie der Baum sich gen Himmel streckt, so steht und geht der Mensch mit aufgerichteter Wirbelsäule, und so hängt unsere Vorstellung von einem Baum und von einem Menschen gleichermaßen ganz wesentlich vom Eindruck des aufrechten Stehens und Gehens ab.

Das 3. Bild nimmt Bezug auf die Baumkrone. So wie der Baum seine Kopfkrone in den Luftraum ausbreitet und nach oben wächst, so erschließt sich der Mensch den ihn umgebenden Raum mit Hilfe seiner Augen, seiner Ohren, seines Mundes, seines Denkens und seiner ihm gegebenen Fähigkeiten. Es ist dieses Stehen zwischen Himmel und Erde, welches Menschen und Bäume auf körperlicher Ebene verbindet.

In der Weiterentwicklung der Metamorphose zum Baum der Frauengröße habe ich Fotografien der ersten drei Arbeiten verwendet. Sie ergeben durch Drehung neue Formen und inspirieren so zu neuen Aussagen.

Maria Lohaus

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